Chausseen, Alleen, Meilensteine, Chausseehäuser in Brandenburg + Berlin

« Zurück

Chausseen, Alleen, Meilensteine, Chausseehäuser in Brandenburg und Berlin

25. April bis 10. Mai 2009
Montag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Chausseen, Alleen, Meilensteine, Chausseehäuser in Brandenburg und Berlin

Wanderausstellung des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg

Alte Dorfschule Rudow, Alt-Rudow 60 – Wegbeschreibung

Der Eintritt ist frei

 
 

Im Rahmen der laufenden 62. Ausstellung des Rudower Heimatvereins vom 25. April bis zum 10. Mai 2009 wird zu einem Vortrag am Dienstag, dem 28. April 2009, zu 18.00 Uhr in die “Alte Dorfschule”, Alt-Rudow 60, Vortragssaal, eingeladen.

Herr Dipl.-Ing. Herbert Liman, der Kurator dieser historischen Fachausstellung, die erstmalig in Berlin gezeigt wird, berichtet unter dem Titel
MACH – Meilensteine, Alleen, CHausseen in Berlin und Brandenburg”
über die historische Entwicklung und die Bedaeutung der Meilensteine und der Chausseen als Spiegel der Zeitgeschichte inForm eines sehr informativen Lichtbildervortrages, in dem auch über die durch Neukölln hindurchführenden Postrouten und Chausseen berichtet wird. Der Eintritt ist kostenlos, die Ausstellung kann auch noch anschließend besichtigt werden. Wir freuen uns über Ihren Besuch, mancher wird sicherlich meilenweit zu diesem Vortrag pilgern!

 

Links der Rudower Meilenstein, rechts der Britzer Meilenstein
(zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken)


Der Rudower Heimatverein hat den Rudower Meilenstein an der Waltersdorfer Chaussee 169 und den Britzer Meilenstein gegenüber der Buschkrugallee 66 aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Das Bezirksamt Neukölln ließ diese Meilensteine nach liebevollem Drängeln in der Berliner Spezial-Werkstatt “Steinfest” in Weißensee (www.steinfest-restaurierung.de) fachlich und unter hohem Aufwand “blankputzen”.

Somit sind alle sieben Meilensteine, die als so genannter Rundsockelsteine auf der Strecke von Berlin nach Märkisch-Buchholz entlang der Bundesstraße 179 standen, überholt worden. Sie wurden kostengünstig gebaut und bezeichnet, dies gemäß einem Sparerlass des preußischen Finanzministers Christian von Rothers (1778-1849) aus dem Jahre 1835. Der Rudower Meilenstein trägt die eingemeißelte Inschrift “II MEILEN bis BERLIN” und besteht aus rötlichem Granit. Das Entfernungsmaß einer Preußischen Meile entsprach exakt 7,53248 Kilometer! In allen Bundesländern stehen oder liegen heute noch die ursprünglichen und als Postmeilensteine dienenden “Signalstationen”. Noch vor 200 Jahren war man froh, wenn man an der Poststraße einen der wenigen Meilensteine erblickte.

Eine Poststraße war indessen, an heutigen Maßstab gemessen, eher ein unbefestigter Feld- beziehungsweise Waldweg. Oder eine gerade neugebaute Chaussee, eine genannte Kunststraße. Allerdings boten Meilensteine nur wenige Informationen. Mit dem zunehmenden Reise- und Postverkehr entstand im 18. Jahrhundert das Bedürfnis und die Notwenigkeit, Entfernungen zu markieren. Aus diesem Grund vermaß man die Poststraßen und stellte Meilensteine an den Straßen auf. Sie dienten zunächst der Post. Sie regelte die Beförderungszeiten, die Extrapostsätze und das Paket- und Geldporto, all dies gemäß den festgesetzten Entfernungen. Zuständig dafür waren die Postverwaltungen. Auch deshalb werden diese Meilensteine Postmeilensteine genannt.

Bis auf wenige Ausnahmen begann der planmäßige Ausbau der Landverkehrswege oder Chausseebau in deutschen Landen erst im 19. Jahrhundert. Mit dem Beginn des Chausseebaus wurden die Meilensteine auch zur Bestimmmung der Chausseelängen errichtet. Die Aufstellung erfolgte nicht mehr unter Verantwortung der Postverwaltung, sondern zuständig waren nun die Chaussee- beziehungweise Straßenbauverwaltungen.

Manfred Bartz, Rudower Heimatverein