Der Spionagetunnel in Rudow

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11. bis 26. Oktober 2008
Montag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Der Spionagetunnel in Rudow
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit Herrn Heinz Junge

Alte Dorfschule Rudow, Alt-Rudow 60

Am 22.4.1956 haben sowjetische Streitkräfte die Schönefelder Chaussee im Stadtteil Altglienicke aufgebuddelt. Unter der Straße verliefen Kabel zwischen Moskau und Zossen-Wünsdorf, dem Hauptquartier der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Sie stellten fest, daß die Kabel über einen Tunnel angezapft waren. Der Tunnel erstreckte sich über mehrere hundert Meter Richtung Westen. Über dem Ende des Tunnels stand im amerikanischen Sektor die “Radarstation” der Amerikaner. Von dieser “Radarstation” aus wurde der Tunnel gebaut.

Die amerikanischen und britischen Geheimdienste hatten in Wien bereits vorher über Tunnel den Telefon- und Telegrafieverkehr abgehört.

1954 wurde von den Amerikanern ein Grundstück in Rudow gepachtet, und es wurden 3 Gebäude auf dem Grundstück errichtet.
Im Keller des Lagerhauses wurde der Einstieg für den Tunnel gebaut, und unter der Erde wurde aus Hunderten massiven Stahlsegmenten ein Tunnel gegraben.

Der horizontale Abschnitt des Tunnels wurde am 28. Februar 1955 fertiggestellt. Es wurden mehr als 3.000 Tonnen Erde ausgehoben, die alle in dem Hauptgebäude der “Radarstation” gelagert wurden.

Am 10. März 1955 wurde mit den Arbeiten zu dem Kabelschacht begonnen. Am 11. Mai 1955 wurden die ersten Kabel angezapft. Fast 11 Monate wurde eine Vielzahl von Daten und Informationen auf Tonbandgeräten aufgezeichnet.

Schon vor Beginn des Tunnelbaus war die Führung der damaligen UdSSR über die Aktion der westlichen Geheimdienste bestens informiert.

Der britische Doppelagent George Blake, einer der wichtigsten Informanten des KGB, hatte bereits 1954 seine Kenntnisse über die geplante Spionageabsicht an die Sowjets übermittelt. Aus Befürchtung, seinen wichtigsten Agenten beim britischen Geheimdienst zu gefährden, wartete der KGB bis er im Aril 1956 die scheinbar zufällige Entdeckung des Tunnels veranlasste.

1997 wurde ein Teil vom Tunnel ausgegraben, um ihn im Alliierten Museum auszustellen. Durch den Bau der Stadtautobahn wurden weitere Segmente von dem Tunnel freigelegt.

Der Spionagetunnel in Rudow (Panorama-Ansichten auf www.neukoelln360.de)